"Auf Tauchstation" - Teil 2

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Nein, ich war wirklich nicht einverstanden mit meiner „Oberen Leitstelle“, die mich in eine solche Situation gebracht hatte…  und sagte es ihr auch ganz deutlich.  Wenn ich  eine Erklärung für meine Situation gehabt hätte, hätte ich es verstehen und mich damit abfinden können! 

Ja, der Verstand will immer eine Erklärung! Logisch!  Vor allem will er die Kontrolle behalten! Aber so laufen die Dinge nun einmal nicht mehr! Jetzt, in dieser neuen, sich so schnell verändernden Zeit, helfen die alten Regeln und Verhaltensweisen, mit denen man versucht, die Kontrolle zu behalten, nicht mehr weiter. Jetzt  geht es darum, sich immer mehr mit der eigenen „Oberen Leitstelle“ zu verbinden und darauf zu vertrauen, dass man in jedem Augenblick seines Lebens liebevoll „geführt“ wird. Gerade dann, wenn  weit und breit keine Erklärung in Sicht ist!

 

Es blieb mir im Augenblick gar nichts anderes übrig, als mich zu fügen.  Das ist immer der erste Schritt, wenn etwas absolut nicht so funktioniert, wie man will: „Es ist, wie es ist!“, ist der heilsame Satz, der den schimpfenden Verstand beruhigt und die Zügel aus der Hand gibt, damit sie sich entwirren können.

Der zweite Schritt ist der, ins Vertrauen zu gehen, dass alles gut ist, so wie es ist, auch wenn es im Moment absolut nicht danach aussieht, und  dass es einen (noch verborgenen) Sinn hat  und nur zu unserem Besten ist, auch wenn wir es noch nicht erkennen können…


Bitte glauben Sie bloß nicht, dass ich diese „Erste – Hilfe – Schritte“  in einer schwierigen Situation sofort parat habe. Ich kenne sie genau, und ich weiß, dass es nur so geht, aber wenn man  in der Krise mitten drin steckt, , ist man oft wie blind  und läuft so lange gegen Wände, bis man endlich den Ausgang gefunden hat.   Übrigens: Zuerst kommt immer das Vertrauen, und später (wenn man Glück hat)  die Erklärung.  So war es auch bei mir.

 

Kaum, dass mein Mann abgereist war,  fühlte ich an meiner immensen Erleichterung, dass ich „richtig“ entschieden hatte. Ich begann mich zu entspannen. Abends, als mein Mann anrief, um mir mitzuteilen, dass er gut angekommen war, waren seine ersten Worte: „Gut, dass Du nicht mitgekommen bist! Hier sind durch das feuchtwarme Wetter solche Schwärme von Stechmücken, dass Du es gar nicht ausgehalten hättest!“

Na dann!   Aber das war noch nicht alles: Irgendwann begriff ich, dass es auch für meinen Mann diesmal das einzig Richtige gewesen war, sich eine Woche totale Unabhängigkeit  von Familie und Hund zu gönnen – Nach allem Stress, den er in der letzten Zeit gehabt hatte, …   es war alles einfach nur gut!  Auch für mich begann ein absolutes Schon – und „Seelenverwöhnprogramm“, wie ich es mir sonst niemals erlaubt hätte. Es war herrlich! 

 

Was ich für ein Fehlen meiner intuitiven Führung gehalten  und mir und meinem Körper als „Versagen“ angekreidet hatte, stellte sich nachträglich als direktes Eingreifen meiner Intuition heraus, die direkt auf „Körpersteuerung“ gegangen war,  damit ich gar nicht mehr anders konnte, als hier zu bleiben. Ich  bin sicher, meine „Obere Leitstelle“ hat nachsichtig gelächelt, als ich es endlich begriffen hatte, und sich gedacht: „Endlich hat sie es verstanden!“

 

Mit herzlichen Grüßen

Christine Stark

28. August 2011

 

PS: Mehr zu meiner „Oberen Leitstelle“ können Sie in meinem  Beitrag  vom 26.Juli 2011 nachlesen!