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„Nachgedenkelt…!“

Liebe Leserin, lieber Leser,
nein, es ist kein Schreibfehler! Und auch nicht die „neue Recht-Schreibung“.  Letztere ignoriere ich nämlich immer noch erfolgreich.

Was die Überschrift angeht, so waren diesmal wieder die Clown-Engelchen Ausschlag gebend.

Sie finden, wir sollten uns das Leben etwas leichter machen und die Vorgaben nach unseren Möglichkeiten verändern und abwandeln.  Aber – erst mal können vor Lachen!


Gestern habe ich aus Versehen im ZDF einen Teil der 19.00 Uhr Nachrichten abbekommen. Ja, „selber schuld“, ich weiß!

Ich kann es immer noch nicht glauben, wie da „früher hoch angesehene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ in Form eines einst so charmanten Regierungssprechers bzw. einer bereits seit Langem tätigen Nachrichtensprecherin ihre Texte verlesen.

 

In früheren Zeiten bedeutete das „Verlesen“ bei Obst und Gemüse, „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“.  (Aschenputtel lässt grüßen!)  Aber diese märchenhaften Zeiten sind wohl endgültig vorbei.

Inzwischen verlesen sie sich nicht einmal selber mehr bei den Geschichten, die sie uns auftischen. Ist schon bemerkenswert. Und bedauerlich!

All das erinnert mich immer mehr an „Des Kaisers neue Kleider“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

 

Abends gönnte ich mir eine Konserve in Form einer DVD mit dem Namen „Der Ballon“.  Sicher kennen Sie diesen außergewöhnlichen Film zumindest vom Hören-Sagen.

Unfassbar, was mutige Menschen damals in Kauf genommen haben, um ihren Kindern zu ermöglichen, in FREIHEIT aufzuwachsen.

Und um ein Recht darauf zu haben, die WAHRHEIT deutlich und angstfrei aussprechen zu können.  Ohne Rücksicht auf Konsequenzen.


Ich erinnerte mich daran, wie viele Menschen zur damaligen Zeit ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um der Willkür und Bespitzelung eines totalitären Regimes zu entkommen.

Wer damals, 1961 in BERLIN gelebt hat, wird dies wohl niemals vergessen. 

 

Ich selbst war noch ein Kind und gerade einmal 9 Jahre alt, als am 13. August 1961 damit begonnen wurde, die Mauer zu errichten. Was das für uns alle bedeuten würde, konnte ich damals nicht übersehen.

Ich merkte nur, dass meine Großmutter und meine Mutter damit begannen, ungewöhnlich viele „haltbare“ Lebensmittel zu kaufen und in der kleinen Vorratskammer zu lagern.

 

Mit dem Mauerbau war der westliche Teil von Berlin, in dem auch wir lebten, praktisch vom „Westen“ abgeriegelt. Wie es weitergehen würde, war unklar. Wie riskant die Situation war, war mir nicht bewusst.

Ich war nur traurig, dass meine Lieblingstante, die in Stuttgart wohnte, nicht zur Goldenen Hochzeit meiner Großeltern kommen durfte, die vierzehn Tage später stattfinden sollte.

Niemand begab sich damals freiwillig in die Mausefalle, zu der Westberlin über Nacht geworden war und von der niemand wusste, wann diejenigen, die das Sagen hatten, sie zuschnappen lassen würden.

 

Welch ein WUNDER, dass unsere Brüder und Schwestern auf der anderen Seite der Mauer und jenseits der „Zonengrenze“, wie sie damals genannt wurde,

mit ihrem unstillbaren Drang nach FREIHEIT die große WELLE zu erzeugen vermochten, die 1989 zur Öffnung der Grenzen führte!

Welcher MUT und welche innere KRAFT dazu gehörten, ein solches WUNDER in Gang zu setzen! Und noch dazu auf friedliche Art und Weise! Gandhi wäre stolz auf sie!

 


Mitte März diesen Jahres wurde damit begonnen, eine ähnliche MAUER zu errichten! Und nicht nur in dieser Stadt und in unserem Land!

Diesmal begann die Abgrenzung individuell am eigenen Körper und die Grenzen freiheitlichen Denkens ziehen sich quer durch Familien und Freundeskreise.

Und wieder ist MUT gefragt und die Liebe zur WAHRHEIT und der Wille, seiner FREIHEIT die Ehre zu geben! Klar, dass es diesmal uns alle betrifft und nicht nur in unserem Land!


Aber wir, wir alle, die wir hier leben, wissen, dass es machbar ist! Dass gute Gedanken und ein Herz voller MUT Berge versetzen können! In Übereinstimmung mit SPIRIT!

Wie es scheint, ist genau unser Volk dafür prädestiniert, den Anstoß zu geben, indem es sich auf seine ureigenste KRAFT besinnt! Wir haben schon einmal bewiesen, dass es möglich ist!

 

Es ist wahr: Wir alle sind noch immer zwangs-traumatisiert von Schuldzuweisungen, die uns mit erschreckender Regelmäßigkeit ins Gedächtnis gehämmert werden. Auch, wenn Sie und ich einer ganz anderen Generation angehören.

Es ist auch wahr, dass „Disziplin“ und „Treue“ und „Pflicht“- Gefühl, diese alten preußischen Tugenden es uns wohl schwerer machen als anderen, über die Schatten der Vergangenheit zu springen und für unsere angestammten Rechte einzutreten.


Und doch wissen wir, dass sogar ein friedliebendes Tier sich mit dem Mut der Verzweiflung zu wehren beginnt, wenn es sich immer weiter in die Ecke gedrängt fühlt.

 


Es ist an der Zeit nachzudenken,
was aus uns und unserem Land geworden ist, und dem nachzuspüren, wohin unser Herz uns führt. 

Dazu ist in diesen Tagen jeder Einzelne von uns aufgerufen.

 

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass die Un-FREIHEIT im Kopf anfängt.

Und dass der MUT dort beginnt, wo jemand einfach die Klinke der Tür herunterdrückt, die ihn zu begrenzen scheint, – um erstaunt festzustellen, dass die Tür gar nicht abgeschlossen war!


Es macht wenig Sinn, darauf zu warten, dass die „anderen“ für uns entscheiden, was wir wirklich wollen!

Wobei mir gerade eines meiner Lieblingsgebete wieder einfällt, das uns in genau dieser Situation eine Hilfe sein kann:

 


Vater-Mutter GOTT,
bitte gib mir die GELASSENHEIT,
die Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann!

Gib mir den MUT,
die Dinge zu ändern,
die ich ändern kann!

Und gib mir die WEISHEIT,
das Eine vom anderen
zu unterscheiden!“

 


Ich ehre heute all die Menschen, die ihr Leben gelassen haben, weil sie lieber sterben als in Unfreiheit leben wollten!

Und ich ehre die Menschen, die voller MUT zu ihrer WAHRHEIT stehen, zum ZEICHEN, dass die Sehnsucht nach FREIHEIT und GERECHTIGKEIT noch immer in unseren Herzen lebt!

 

Wir sind viele – und wir werden immer mehr!
„Einer für alle und alle für einen!“


Mit herzlichen Grüßen,
Christine Stark

13. August 2020


PS: Und für alle, die diesen Text freundlicher Weise vollständig und unverändert auf ihren Blog übernehmen wollen:  Bitte immer mit Hinweis auf meine Webseite  www.christine-stark.de und dem folgenden Hinweis: 

 Es ist nicht gestattet, ausschließlich Teile des Textes wiederzugeben oder diesen akustisch für andere zugänglich zu machen!

 

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